Buchweizen, Quinoa und Amaranth haben grundsätzlich ein sehr gesundes Image. Sie gehören zur Pflanzengattung Pseudogetreide und sind reich an gesunden Kohlenhydraten, hochwertigem Eiweiß und wertvollen Mineralstoffen. Im Vergleich zu normalem Getreide ist die Eiweißqualität besser und die Mineralstoffdichte höher. Allerdings gibt es ein paar gesundheitliche Risiken, die besonders im Zuge der Verwendung in der Säuglings- und Kleinkindernährung diskutiert werden.

Was ist das Problem?

Quinoa und Amaranth

Die Pseudogetreidearten Amaranth und Quinoa enthalten Gerbstoffe. Quinoa enthält außerdem Saponine.
Gerbstoffe sind problematisch, da sie die Aufnahme einiger Mineralstoffe und Vitamine behindern. Darüber hinaus hemmen sie Verdauungsenzyme und erschweren so die Verwertung von Eiweiß aus der Nahrung.
Saponine sind bedenklich, da sie die Membrandurchlässigkeit erhöhen und rote Blutkörperchen schädigen. Eine erhöhte Membrandurchlässigkeit ist dahingehend problematisch, dass so auch Stoffe in den Körper gelangen können, die nicht dafür gedacht sind. Die Folge kann eine ungewollte Immunreaktion sein. Säuglinge sind aufgrund ihres noch unreifen Verdauungstraktes besonders gefährdet. Die bitter schmeckenden Saponine befinden sich in der Samenschale von Quinoa. Durch Schälen, Waschen und Kochen vor dem Verzehr (!!) kann ein Großteil der enthaltenen Saponine entfernt werden, allerdings ist nicht bekannt wie viele Saponine diese Maßnahmen überstehen. Bei den Gerbstoffen ist ähnliches der Fall. Daher rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei Kindern unter 2 Jahren grundsätzlich von Quinoa- und Amaranth-Speisen ab.
Amaranth und Quinoa enthalten außerdem hohe Konzentrationen an Oxalatenund Phytaten, die die Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen reduzieren können. Allerdings enthalten beide Lebensmittel etliche gesunde Mineralstoffe, wodurch sich dieser Effekt wieder aufheben dürfte.
Quinoa enthält noch dazu Isoflavone, die auch als problematisch in der Säuglings- und Kleinkindernährung diskutiert werden.

Buchweizen

Das Pseudogetreide Buchweizen enthält ebenfalls Bitterstoffe und steht in der Kritik wegen eines erhöhten allergenen Potenzials. Für die Zubereitung von Mahlzeiten für Kleinkinder sollte er also auch eher nicht verwendet werden.

Wie relevant ist Pseudogetreide in der Säuglings- und Kleinkindernährung?

Es gibt eine Reihe von Beikostprodukten mit Buchweizenflocken, Buchweizenvollkornmehl oder Amaranthmehl für Säuglinge ab dem 6. Lebensmonat. Wenn diese Produkte gekauft werden, sollte darauf geachtet werden, dass nur solche verwendet werden, deren Qualität und Reinheit ausreichend belegt sind. Da das leider oft nicht der Fall ist, wird empfohlen Pseudogetreide erst ab dem 2. Lebensjahr einzusetzen.

Meine persönliche Meinung

Wird Pseudogetreide nicht täglich gegessen, spricht in meinen Augen nichts gegen den Einsatz. Wie in vielen Bereichen macht auch hier die Menge das Gift. Ab und zu mal Buchweizenflocken zum Frühstück oder eine Amaranthwaffel werden keinen Schaden anrichten. Nur ein täglicher Einsatz in hohen Mengen ist definitiv nicht zu empfehlen.

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